Für viele die einzige ChanceBerching (DK) „Die kommen ja doch nur ein einziges Mal, und dann siehst du sie nie wieder!“ Diesen Satz hat der 25-jährige Hermann von Mithäftlingen oft schon gehört, seit sich mit 18 Jahren und kurz nach seiner Gärtnerlehre erstmals die Gefängnistore in Nürnberg hinter ihm schlossen. Damals wurde der junge Mann aus gutbürgerlichen Verhältnissen und mit Erfahrungen in der Rauschgiftszene auf Bewährung wieder frei gelassen.
Oft ist sie der einzige Halt nach der Entlassung: Angelika Lang aus Berching hat das Hilfswerk Set-Free gegründet, das Ex-Häftlingen zurück ins Leben hilft. Foto: Erl Veröffentlichung mit vielen Berichten
Aus Anlass des ÖKT haben wir gemeinsam mit ALPHA, EMMAUS und ENDLICH-LEBEN das Sonderheft: „Menschen hinter Gittern – Warum die Hand reichen?“ herausgegeben. Darin geben wir Auszüge aus veröffentlichten Artikeln und den vielen Berichten wieder, die uns von Menschen hinter Gittern oder außerhalb der Mauern geschickt wurden. Sie sprechen darüber, was mit ihnen oder in ihrem Umfeld geschehen ist. Fast 3.000 Exemplare sind schon verteilt, weshalb wir das Heft erneut auflegen wollen. Weitere Exemplare können kostenlos per E-Mail unter gf(at)set-free-network(dot)de oder postalisch bei P. M. Holzhey bestellt werden, wobei wir um Übernahme der Portogebühren bitten.
Hier können Sie das Heft als PDF-Datei herunterladen. Besuch bei Bischof Hanke in Eichstätt
Hier ein Auszug aus dem Wortlaut: Liebe Schwestern und Brüder, vor nicht langer Zeit berichteten mir einige Menschen von ihrem Lebensweg, in den Christus Licht brachte. Eine Gruppe von ehemaligen Strafgefangenen und deren Helfern besuchte mich zu einem geistlichen Austausch im Bischofshaus. Wiederholter Rauschgifthandel und sogar Totschlag waren die Delikte, die zur Verurteilung einiger in dieser Gruppe geführt hatten. Sie berichteten mir, dass sie meist schon als Jugendliche in dunkle Kreise geraten waren. Eine Spirale krimineller Taten hatte sie immer tiefer nach unten geführt. Im Gefängnis hatten sie das Glück, durch den regelmäßigen Kontakt mit anderen tiefgläubigen Menschen ihr Leben hinterfragen zu können. Allmählich wuchs das Verlangen nach einer tiefen Freundschaft mit Jesus und nach dem Weg des Glaubens. In den Gefängnissen, in denen sie einsaßen, hatten sich durch überzeugende Helfer kleine Weggemeinschaften des Glaubens gebildet, in denen man betete, das Wort Gottes teilte und sich auf die Feier der Liturgie vorbereitete. Besonders berührte mich an diesem Abend der Begegnung das Zeugnis eines Mannes, der zu neun Jahren Haft verurteilt war und seit seiner Freilassung schon viele Jahre mit seiner Ehefrau gemeinsam den Weg des Glaubens geht und sich in der Kirche engagiert. Er berichtete, wie befreiend er die Person Jesu und den Glauben an ihn in einer solchen Kleingruppe im Gefängnis erfahren hatte und wie wichtig die Freundschaft mit Jesus Christus, das Gespräch mit ihm sowie die Mitfeier der Eucharistie auch heute noch für seinen Weg in der Ehe ist. Ohne die Begegnung mit Christus hätte er sich aus seiner schlimmen Geschichte nicht lösen können. Die Begegnung mit Christus wurde für ihn zum Licht, das ihm erst den Weg zum anderen eröffnete, zur Erfahrung von Erlösung. (Foto: pbe) |


Wir konnten im November diesen Jahres unsere Arbeit bei Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB in Eichstätt vorstellen. Wir waren zusammen mit ehemaligen Gefangenen zu ihm zum Abendessen eingeladen. Bischof Hanke nahm sich 3 Std. Zeit für diese Begegnung. Besonders berührt hat uns, dass er uns sowohl in seinem Hirtenwort als auch in seiner Videoansprache erwähnt.