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    Freundesbrief 02.2011: Wir blicken voll Zuversicht in das Jahr 2011. Den Schwerpunkt in diesem Jahr werden wir auf Übergangsmanagement und Mitarbeiterschulung legen.

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    »STRAFTÄTER VERÄNDERN« zeigt, was wir unter sozialer Gefängnisarbeit aus christlichem Glauben verstehen, und dass dies anderenorts bereits Realität ist!

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Informationen zum APAC-Programm

Vor über 30 Jahren hatte Dr. Mário Ottoboni mit Ehrenamtlichen der Gefängnisseelsorge aus dem brasilianischen São José dos Campos die »Vereinigung zum Schutz und zur Unterstützung von Strafgefangenen« (APAC) gegründet.

Von dort breitete sich deren Programm über Südamerika auf die USA und andere Staaten aus. Heute wird es bereits in über 200 Gefängnissen weltweit in unterschiedlichen Ausprägungen angewendet, die von der Implementierung nur weniger Teilbereiche des Programms bis hin zur vollständigen Selbstverwaltung von Gefängnissen reichen. Die Selbstverwaltung ist bereits in 22 Gefängnissen verwirklicht.
Die notwendigen Organisations- und Verwaltungselemente, die sowohl beim Parallelbetrieb in Gefängnissen mit Normalvollzug als auch bei Selbstverwaltungsanteilen nötig sind, wurden auf eine gesetzliche Grundlage gestellt. So bleibt auch der Strafvollzug anhand des APAC-Programms unter voller Verantwortung der Justiz, inhaltlich und organisatorisch allerdings wird der Vollzug ausschließlich von APAC gestaltet.

Die Internationale Gefängnisgeselischaft hat in über 20-jährigen empirischen Studien wissenschaftlich nachgewiesen, dass durch die Teilnahme an diesem Programm die Rückfallquote der Gefangenen erheblich absinkt und dass es möglich ist, straffällig gewordene Menschen zu bessern und wieder in die Gesellschaft einzugliedern.

Im festen Glauben an diese Besserungsfähigkeit von Gefangenen lautet das APAC-Motto: »Töte das Kriminelle, um den Menschen zu retten«.

Grundlegend anders als bei herkömmlichen Vollzugssystemen ist APAC auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens zum Gefangenen aufgebaut. Dies bildet die Basis des gesamten Programms.

Das christliche Programm setzt auf die Vermittlung menschlicher Werte und hat eine ausgeprägte aber freiwillige christliche Komponente. Besonders symptomatisch sind die starke Einbindung einer großen Zahl ehrenamtlicher Begleiter und Paten aus allen Teilen der Gesellschaft, sowie die Einbeziehung der Familien der Gefangenen und möglichst auch der Opfer. Insgesamt wird eine bestmögliche Beteiligung der Gesellschaft angestrebt, wobei sich auch die Herkunftsgemeinden der Gefangenen engagieren sollen.

Die geeigneten Rahmenbedingungen für eine Besserung sollen den Strafgefangenen in einem abgestuften Vollzugssystem geboten werden, bei dem es wesentlich auf den Vollzugsfortschritt und die Verinnerlichung menschlicher Werte ankommt, aber auch auf die schrittweise und kontinuierliche Reintegration in die Gesellschaft.

Der »recuperando« (so die APAC-Bezeichnung für einen Gefangenen, der an dem Programm teilnimmt, was so viel heißt wie »der sich Bessernde«) muss sich nach dem Kennenlernen des Programms freiwillig melden, um aus dem geschlossenen Normalvollzug in den geschlossenen APAC-Vollzug verlegt zu werden. Je nach Vollzugsfortschritt und menschlicher Reifung kann er dann in die halboffene und später in die offene APAC-Vollzugsstufe verlegt werden, die beide Voraussetzung für eine Strafaussetzung zur Bewährung sind.

Arbeit ist zwar ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil auch des APAC-Vollzugs, entscheidender für den Fortschritt ist jedoch das Engagement des »recuperandos« vor allem im sozialen Bereich (Hilfe gegenüber dem Nächsten und der Gruppe, aber auch Unterstützung der Familie etc.) und bei der Mitwirkung an allen Aus- und Weiterbildungen. Auch das sich Einlassen auf geistiges und geistliches Wachstum, die Übernahme von Verantwortung (z.B. als Zellenverantwortlicher) und der Aufbau eines engen Vertrauensverhältnisses zu Pateneltern und Ehrenamtlichen fordert den vollen Einsatz des »recuperandos«.

Barmherzigkeit und Nächstenliebe sind die gelebten christlichen Werte im Umgang miteinander und sollen dem »recuperando« als bestimmend für das spätere soziale Miteinander in Fleisch und Blut übergehen. Die Pateneltern und Ehrenamtlichen, zu denen die Beziehung auch nach der Entlassung weiter aufrechterhalten wird, leben diese Werte vor.

BUCHTIPP

Straftäter verändern:
Eine Einführung in das APAC-Programm