Projekt »Härte«, Berlin
Andreas Marquardt (54) aus Berlin, ein mehrfach ausgezeichneter Karate-Champion, war ehemals brutaler Geldeintreiber und Zuhälter in Berlin, wofür er insgesamt acht Jahre ins Gefängnis musste. Heute ist er Betreiber eines Berliner Sportstudios, Buchautor und setzt sich für benachteiligte Kinder ein. Nach einer Kindheit mit brutalen Gewalterfahrungen schwor er sich einst, dass er nie wieder Prügel bekommen würde. Der Kampfsport und seine eigene Härte verschafften ihm Respekt.
Erst lange Jahre später in der Zelle, vielleicht vor, vielleicht aber auch nach einem Wutanfall, vielleicht vor, vielleicht nach den 300 Liegestützen, kam ihm der Gedanke: „Wenn du so weitermachst, kommst du aus diesen acht Quadratmetern nicht mehr raus, und auch nicht aus diesem Angst- und Hassgefängnis, das du in deinem Inneren vor Jahren errichtet hast.“ Von da an gab es für ihn nur noch eins: Der Böse wollte gut werden.
Er hat es geschafft und wir konnten mittlerweile für ihn und seinen Therapeuten Lesungen in Gefängnissen (Luckau-Duben und Werl) vermitteln. Außerdem unterstützte er bei Gefängniseinsätzen in München Stadelheim und Kaisheim. Andreas hat den Inhaftierten etwas zu sagen und er spricht ihre Sprache. Das Echo von Gefangenen, zum Teil auch von der Anstaltsleitung und der Presse war groß.
Wir nennen dieses Projekt mit ihm „HÄRTE“, nach seinem gleichnamigen Buch, das er über seine Veränderung geschrieben hat („Härte – Mein Weg aus dem Teufelskreis der Gewalt“, ISBN 978-3-548-36898-6). Der Erlös kommt ebenfalls benachteiligten Kindern zugute.
Angelika machte inzwischen drei Radiosendungen mit ihm auf „radio horeb“ (auf CD zu bestellen unter cd-dienst(at)horeb(dot)org). |